Neu im Rahmen der "Alte Armee" ist unser Kamerad Fabian Sausmikat, der o.g.
Regiment darstellt.
Vorgeschichte
Das Infanterie-Regiment Nr. 82 ist im November 1866 aus 12 zur Abgabe
bestimmten Kompagnien der Regimenter 6, 37, 46 und 50 und aus dem Stamme des
vormals kurhessischen 2. Inf.Rgts „Landgraf Wilhelm von Hessen“ gebildet
worden. Rgts. Stab, I. und II. hatten ihren Standort in Hanau, das
Füsilier-Batl. In Frankfurt a. Main. Das Regiment bildete mit dem Inf.Rgt. 88
die 42.Inf.Brig., gehörte zur 21. Inf.Div. und zum XI. A.K. Am 3.7.1867
erhielt es seine Fahnen und im Herbst desselben Jahres den Namen „2. Hessisches
Inf.Rgt. 82“.
Am Feldzuge 1870/71 nahm es ruhmvollen Anteil. Das II. und III. kämpften
siegreich in der Schlacht bei Wörth am 6.8.1870, das I. war an diesem Tage
Bedeckung des kronprinzlichen Hauptquartiers in Sulz. Bei der Einschließung
von Sedan focht das Regiment an der Nordfront und nahm vom 22.9. an der
Belagerung von Paris teil. Am 1.3.1871 rückte das Füsilier-Batl. Mit in Paris
ein.
Nach Beendigung des Feldzuges trat das Regiment zum X.A.K. über und kam mit
dem Rgts.Stab und I. nach Göttingen, II. nach Hameln, Füsilier-Batl. Nach
Einbeck. Am 1.10.1896 wurde letzteres, am 1.4.1897 das II., dieses von Goslar
aus, auch nach Göttingen verlegt.
Am 24.1.1899 erhielt das Regiment den Namen „2. kurhessisches Inf.Rgt. 82“. Es
war als eins anzusehen mit dem ehemaligen „2. Kurhess. Inf.Rgt. Landgraf
Wilhelm zu Hessen“, welches bei Wiederaufrichtung des Kurfürstentums Hessen,
als der Kurfürst die am 1.11.1806 entlassenen Regimenter zu den Fahnen
zurückrief, am 30.11.1813 wieder neu gebildet worden war. So konnte das
Regiment 1913 seine Hundertjahrfeier begehen.
Der große Krieg
Am 1.8.1914 nachmittags, erhielt das Regiment den Mobilmachungsbefehl. Die
Heereseinteilung zum 1.8.1914 sah wie folgt aus:
2. kurhessisches Infanterie-Regiment Nr. 82 (Göttingen)
XI. A.K.
22. Div.
43. Inf.Brig. (mit IR 83)
Die 82er an den Fronten
Die 82er überschritten am 4.August 1914 morgens die belgische Grenze bei
Malmedy mit Ziel Stavelot und La Gleize. Bis zum 13.August nahm es an den
Kämpfen und Eroberung der Festungsstadt Lüttich teil und anschließend an der
Eroberung von Namur vom 20. Bis 24.August.
Am 30.August wurde das Regiment mit dem XI.A.K. nach Ostpreußen verlegt, wo es
am 3.September in Osterode (Ostpr.) ankam. Am 11.September eroberten die 82er
bei Erdauen die erste russische Fahne, welche in deutsche Hände fiel, die „St.Georgsfahne“
des 119. Russischen Inf.Rgts. Nach schweren Nahkämpfen bei Stallupönen konnte
das Regiment 2000 Russen gefangen nehmen.
Weiterhin nahmen die 82er am 4.Oktober am Gefecht bei Opatow teil, kämpften
vom 13. bis 20.Oktober an der Weichsel, kämpfte unter General von Mackensen
bei Wlozlawc, Kutno und Lodz und lag anschließend bis zum 18.Mai 1915 bei
Rawka im Schützengraben.
Vom 12. bis 15.Juni Teilnahme an der großen Durchbruchsschlacht von
Lubaczowkaund Zurückeroberung von Lemberg. Vom 16. bis 18.Juli kämpfe an der
österreichisch-russischen Grenze bei Krasnostraw. Teilnahme an den Schlachten
von Wlodawa am Bug (13. bis 17.August), Brest-Litowsk, Tschernysch, Stochod
und Styr. Vom 23.März 1916 lag das Regiment im Raume von Mitau, kämpfte bis
Oktober 1917 aber häufig im Süden um die österreichisch-ungarische Front zu
stärken.
Im Oktober 1917 verließ das Regiment die Ostfront und besetzte am 21.Oktober
Stellungen vor Verdun und blieb dort bis zum 10.Mai 1918. Es wurde dann in die
Schlacht bei Reims geworfen und nahm an der letzten deutschen Großoffensive
beiderseits Reims vom 15. Bis 17.Juli teil, in der es den Courton-Wald und die
Höhe 230 bei Nanteuil erobern konnte. Nach der Großoffensive folgten die
großen Abwehrschlachten zwischen Soissons und Reims. Das Weltkriegsende
erlebte das Regiment auf dem Rückmarsch zwischen Douai und Valencinnes. Am
27.November traf das Regiment wieder in seiner Garnisonsstadt Göttingen ein.
In den Reihen der 82er fielen bis Kriegsende 88 Offiziere, 13
Offizierdiensttuende und 2574 Unteroffiziere und Mannschaften.
Quellenangabe: 2.kurhessisches Infanterie-Regiment Nr. 82 (Verlag Stalling,
Berlin 1922)
Garnisonsstadt Göttingen (Göttinger Tageblatt, Göttingen 1983)
