Infanterie-Regiment (Königlich Sächsiches 13.)Nr. 178

Wenn Bedarf ist, stellt unser Nordlicht Henrik Schaper einen Leutnant dar. Er hat das sächsische Infanterie Regiment Nr.178 gewählt, weil sein Großvater in diesem Regiment als Offizier an der Westfront gekämpft hat und sich zahlreiche Unterlagen mit den verbundenen Anekdoten in Henriks Besitz befinden. Ein Höhepunkt emotionaler Art war es, als wir im Sommer 2006 mit englischen Kameraden den Ort besuchten, an dem Leutnant Heinrich in englische Gefangenschaft geriet.
Historisches:
Das
Königlich Sächsische
13. Infanterie-Regiment Nr.178
XII.
(1.kgl.sächs.) Armee-Korps / Dresden
3. kgl.sächs. Division
Nr.32 / Bautzen
6. (kgl.sächs.)
Infanterie-Brigade Nr.64 / Dresden

Geschichte
Das IR 178 wurde am
1.04.1897 in Stärke von 2 Bat. neu
aufgestellt.
Hierfür dienten als Stämme der aufgelösten 4ten Halb-Bataillone des
Schützen-Füsilier Regiments „Prinz
Georg“ Nr.108 aus Dresden -> 1., 2. Komp.
5. Infanterie Regiments „Prinz Friedrich August“ Nr. 104 aus Chemnitz-> 3., 4.
Komp.
3. Infanterie Regiments „Prinz Regent Luipold“ Nr. 102 aus Zittau -> 5.,
6. Komp.
4. Infanterie Regiments Nr. 103 aus Bauzen
-> 7., 8. Komp.
Das III Bat.
wurde am 1.10.1913 aus folgenden Komp. neu aufgestellt
4.
Infanterie Regiments Nr. 103 aus Bauzen -> 9. Komp.
12 . Infanterie Regiments Nr. 177 -> 10. Komp.
3. Infanterie Regiments Nr. 102 aus Zittau -> 11. Komp.
13.Infanterie Regiments Nr. 178 aus Kamenz-> 12. Komp.
Am 1. April 1919 wurde das Infanterie Regiment 178 nach der Demobilisierung in
Kamenz aufgelöst.
Standorte
1897 Stab und I. in Kamenz, II. in Zittau
1901 Stab und I.und II in Kamenz
1913 III in Kamenz (bis 1914 in Massenquartieren)

Kommandeure
1897 von Kaufmann
1899 Kracke
1901 de Vaux
1904 Wermuth
1906 von Suckow
1910 Zschille
1911 Frantz
Offz.Kasino in Kamenz 1915
1913 von Reyher
1914 von
Heygendorf
Schlachten & Gefechte
1900 Boxeraufstand in China
Einige Freiwillige des Reg. gingen mit dem Expeditionskorp nach China
1904/1907 Aufstand in Dt.-Süd-West-Afrika
Einige Freiwillige des Regts. nahmen an der Expedition teil.
1914/18
Nach dem Vormarsch durch Belgien und Frankreich kämpfte das Regiment anfangs
im Westen
1914: Marneschlacht, an der Asine
1915: Lorettohöhe, Artois,
Wytschetebogen, Ypern
1916: St. Eloi,
an der Yser und an der Somme
vom Juli 1916 bis November 1917 lag das Regiment nach den großen Verlusten der
Sommeschlacht zur Auffrischung an der Ostfront
vom November 1917 bis Juni 1918 dann wieder an der Westfront in der Woevre Ebene
vor Verdun
1918: Verdun und Thiaucourt, Antwerpen-Maas Stellung, Metz und Rückmarsch in die
Heimat.
Uniform & Ausrüstung
Das Regiment war ganz nach dem deutschen (preußischen) Reglement ausgerüstet und
ausgebildet und machte als solches auch alle Veränderungen in der Ausrüstung und
Uniformierung mit.


Das bedeutet, da das Regiment zum XII Armeekorps gehörte,
daß es zuerst dunkelblaue Schulterklappen in
eckiger Form mit roten Vorstöße trug (s.links) und später feldgraue
Schulterklappen mit weißen Vorstößen die spitz zuliefen.
Die Uniformierung unterschied sich noch dadurch, daß an der Mütze und am
Lederhelm anstatt der preußischen Kokarde die grün/weißen sächsischen getragen
wurde und am Lederhelm ein eigenes Zierblech mit dem sächsischen Landeswappen.
Auch trugen die sächsischen Soldaten eine
eigene Koppelschloßplakette mit dem Wahlspruch „PROVIDENTIAE MEMOR“.
Der sächsische Rock unterschied sich noch dadurch, daß die Rockschöße gerade und
nicht geschweift waren und am unteren Rocksaum eine rote umlaufende Paspelierung
vorhanden war.
Auch hatte das IR 178 rote „deutsche Aufschläge“ mit nur 2 Knöpfen (keine Patten).
Bewaffnung
Alle Standardwaffen des dt. Heeres wie z.B.
als Langwaffen: Gewehr 88 und ab 1907 Gewehr 98 und 98a sowie die dazugehörigen
Blankwaffen.
Kurzwaffen: Revolver M 79, Reichsrevolver M79/83, Revolver M 83, Pistole 08,
(im 1.WK auch Pistole C96)
Maschinenwaffen: das Maschinengewehr 08 und 08/15
Die
militärische Laufbahn meines Großvaters
Gottlieb Adolf Herbert
Heinrich * 19.08.1889 in Dresden
Im Jahre 1912 gemustert und aufgrund eines Armbruchs zur Ersatzreserve eingestuft.
Nach Ausbruch
des Krieges am 12.09.1914 meldete er sich im Bez. Kommando Johanstadt und wurde
zum IR 178 nach Kamenz eingezogen. Dort lag er als einjährig Freiwilliger im
Privatquartier.
Nach nur einigen Wochen Grundausbildung erfolgte dann die Versetzung zum
Ersatzbat.an die Front.
Am 05.11.14 erfolgte die Verladung und Bahntransport über Köln und Aachen nach
Lüttich,
von dort ging es dann per Fußmarsch an die Front zur 11Komp. des IR178.
05.11.14
– 28.03.15 a. d. Asine
25.01.15 Hirtebiese
15.04.15 -19.05.15 a. d. Asine
20.11.15 - 02.06.16 Wytschetebogen
07.04.16 -19.04.16 Kämpfe bei St. Eloi
03.06.16 - 05.07.16 Stellungskämpfe an der Yser
05.07.16 - 20.07.16 Schlacht an der Somme
20.07.16 bei Hardecour durch die Engländer in frz. Gefangenschaft gekommen
11.02.1920 in Konstanz aus der Kriegsgefangenschaft entlassen CDV 1915
1934/35 im Grenzschutz
Januar1940 zum Stalag IV B in Mühlberg (IR10) einberufen
1941 zum Stalag IV D Torgau versetzt
08.05.45 in amerikanische Gefangenschaft
07.08.46 aus Kriegsgefangenschaft entlassen


Vz.- Feldwebel Heinrich
Leutnant Heinrich
in seinem Unterstand 1915
im Ruhequartier 1916
05.12.14 zum Gefreiten befördert.
31.08.15 - 5.11.15 zum Offz.-Asp. Kursus nach Lockstedt Lager kommandiert
07.10.15
zum Unteroffizier befördert
21.10.15 zum Vz.Fw. befördert
28.10.15 zum Off. Asp. ernannt
20.11.15 zur 11/178 ins Feld versetzt
03.03.16 zur
10/178 versetzt
sächsische
Gef.- Knöpfe
13.03.15 zum Leutnant d. Res.
befördert
30.09.40 zum Oberleutnant d. Res. befördert
12.04.41 zum Hauptmann d. Res. befördert

EK II ( 1.04.16) und EK I (24.05.21 )
Ritterkreuz II Klasse zum Albrechtsorden mit Schwertern ( 20.07.16)